Klettereinstieg: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Felsfestigkeit ===
 
=== Felsfestigkeit ===
Pfälzer Buntsandstein ist kein Verdon-Kalk oder Urner-Granit! Passagen mit festen Fels können sich schlagartig mit Zonen sehr weichen und auch sandenden Gesteines abwechseln, auch innerhalb einer Tour. Deshalb ist eine gewisse Flexibilität beim Greifen und Treten anzuraten ist, fragilen Felsstrukturen sollte man nicht zu sehr vertrauen. Passagen die durch den typischen Pfälzer "Blätterteig" gehen (in dünnen Platten geschichteter Fels) sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.  
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Südpfälzer Buntsandstein ist kein Verdon-Kalk oder Urner-Granit! Passagen mit durchaus festem Fels können sich schlagartig mit Zonen sehr weichen und auch sandenden Gesteines abwechseln, auch innerhalb einer Route. Deshalb ist eine gewisse Flexibilität beim Greifen und Treten anzuraten ist, fragilen Felsstrukturen sollte man nicht zu sehr vertrauen. Passagen die durch den typischen Pfälzer "Blätterteig" gehen (in dünnen Platten geschichteter Fels) sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.  
Besonders bei Nässe ist die Festigkeit des Buntsandsteines stark minimiert, so dass auch große Griffe und Tritte, die trocken sonst problemlos halten, schlagartig abbrechen können. Auch nach langen Regenperioden, selbst wenn der Sandstein trotz oberflächiger Abtrocknung trocken und solide erscheint, besteht diese Gefahr.
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Ein Helm (auch für den Sicherer) ist auf jeden Fall immer anzuraten. Es kam leider schon mehr als einmal vor, dass der Sicherungspartner durch einen Felsbrocken, den der Vorsteiger abgerissen hat, ausgeknockt wurde! Viele Kletterunfälle hätten zudem glimpflicher ablaufen können, wenn der Vorsteiger einen Helm getragen hätte.
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Besonders bei Nässe ist die Festigkeit des Buntsandsteines stark minimiert, so dass auch große Griffe und Tritte, die trocken sonst problemlos halten, schlagartig abbrechen können. Nach langen Regenperioden, selbst wenn der Sandstein trotz oberflächiger Abtrocknung trocken und solide erscheint, besteht diese Gefahr.
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Ein Helm für den Sicherer ist auf jeden Fall immer anzuraten. Es kam leider schon mehr als einmal vor, dass der Sicherungspartner durch einen Felsbrocken, den der Vorsteiger abgerissen hat, ausgeknockt wurde!
  
 
=== Saubere Schuhe ===
 
=== Saubere Schuhe ===

Version vom 24. März 2014, 10:15 Uhr

Allgemein

Aus traditionswahrenden Gründen stecken in der Südpfalz besonders in den Wegen der unteren Schwierigkeitsgrade eher (sehr) wenige dauerhaft verankerte Bohrhaken. Dies ist der Hauptgrund, weshalb du dich hier als Outdoor-Kletterneuling bedächtiger und vorsichtig an deine Grenzen herantasten solltest. Du musst dich unbedingt intensiv mit den Absicherungsmöglichkeiten durch mobile Sicherungsgeräte vertraut machen.

Vorsicht: Dein (ausschließlich) in Kletterhallen erworbenes Vorstiegskönnen ist kein Garant dafür, dass du dich in nominell gleichen Schwierigkeitsgraden im pfälzischen Sandstein draußen gut zurecht finden wirst!

Vorteilhaft ist es, wenn du dich einige Zeit erfahrenen Kletterern anschließt. Eine Option dazu sind die Programmtouren der [PK].

Ausrüstung

Das "Seilschafts"material, das du neben deinen persönlichen Sicherungsgegenständen (massgeblich Klettergurt mit Abseilgerät, Helm) benötigst hängt etwas von der Art ab, "wie" du kletterst. Beim Vorstieg in (sehr) alten, "klassischen" Wegen brauchst du mehr mobile Sicherungsgeräte als in den mit Bohrhaken besser abzusichernden "Sportkletter-Routen". Beim "top-rope-en" genügt oft ein Bruchteill des Materials, was eine Seilschaft zum Vorstieg inder Südpfalz gewöhnlich braucht. Empfehlungen

Felsfestigkeit

Südpfälzer Buntsandstein ist kein Verdon-Kalk oder Urner-Granit! Passagen mit durchaus festem Fels können sich schlagartig mit Zonen sehr weichen und auch sandenden Gesteines abwechseln, auch innerhalb einer Route. Deshalb ist eine gewisse Flexibilität beim Greifen und Treten anzuraten ist, fragilen Felsstrukturen sollte man nicht zu sehr vertrauen. Passagen die durch den typischen Pfälzer "Blätterteig" gehen (in dünnen Platten geschichteter Fels) sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Besonders bei Nässe ist die Festigkeit des Buntsandsteines stark minimiert, so dass auch große Griffe und Tritte, die trocken sonst problemlos halten, schlagartig abbrechen können. Nach langen Regenperioden, selbst wenn der Sandstein trotz oberflächiger Abtrocknung trocken und solide erscheint, besteht diese Gefahr. Ein Helm für den Sicherer ist auf jeden Fall immer anzuraten. Es kam leider schon mehr als einmal vor, dass der Sicherungspartner durch einen Felsbrocken, den der Vorsteiger abgerissen hat, ausgeknockt wurde!

Saubere Schuhe

Da man in der Pfalz oft auf Reibung steht sind saubere Schuhe eminent wichtig und vermindern zudem die Erosion ("ausgelatschte Tritte"). Durch den allgegenwärtigen Sand an den Einstiegen sollten die Sohlen vor dem Klettern mit einem Lappen oder an der Hose gereinigt werden. Hat man während des Kletterns Sand unter den Sohlen bringt es viel an Sicherheit, diesrn an den Hosen abzustreifen. Gleiches am Fels zu versuchen bringt oft nichts, weiul der Schmirgeleffekt nur noch mehr Sand losreibt. Bei Nässe, v.a. wenn der Fels etwas verflechtet ist, ist die Reibung am Sandstein extrem minimiert.

Informationen über die Kletterrouten

Derzeit ist nur ein Auswahl-Kletterführer vom Panico-Verlag erhältlich. Für viele ausreichend fehlen doch gerade einige leichtere Routen an den unbedeutenden Felsen. Auch bei den aufgenommenen Felsen sind nicht alle existierenden Routen verzeichnet. Der letzte Komplettführer der Autoren Cron & Daigger ist aus dem Jahre 2005 und mittlerweile "vergriffen". Ein neuer Komplettführer ist derzeit nicht in Sicht. In der PK-Routendatenbank sind hingegen alle derzeit bekannten Kletterrouten in der Südpfalz aufgeführt. Bei etlichen können die Kommentare der Nutzer auch nützliche Tips liefern.